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Aktien erholen sich - Grönland-Einigung beruhigt die Märkte

Die Aktienmärkte erholten sich am Mittwoch, nachdem US-Präsident Donald Trump seinen Auftritt beim Weltwirtschaftsforum in Davos nutzte, um angedrohte Zölle auf mehrere europäische Länder zurückzunehmen. Er begründete dies mit Fortschritten hin zu einem Rahmenabkommen über Grönland und die weitere Arktisregion. US-Aktien machten frühere Verluste wett, angeführt von Technologiewerten, während die asiatischen Märkte am Donnerstag fester tendierten und der südkoreanische Kospi-Index zwischenzeitlich ein neues Rekordhoch erreichte. In Europa stabilisierten sich die Aktienmärkte. Die Anlegerinnen und Anleger richten ihren Fokus nun auf die Daten zum US-Bruttoinlandsprodukt, die später am Donnerstag veröffentlicht werden, sowie auf Quartalszahlen grosser US-Unternehmen wie Intel und Procter & Gamble.

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  • Autor Shane Strowmatt, Senior Investment Writer
  • Lesezeit 5 Minuten

Volatilität
© Shutterstock

Die Aktienmärkte erholten sich am Mittwoch, nachdem US-Präsident Donald Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos signalisierte, dass die angedrohten Zölle auf acht europäische Länder, darunter Deutschland, am 1. Februar nicht in Kraft treten werden. Er verwies dabei auf Fortschritte bei der Ausarbeitung eines Rahmens für Grönland und die weitere Arktisregion. Später erklärte er, dass er und NATO-Generalsekretär Mark Rutte sich auf einen grundlegenden Rahmen für ein künftiges Abkommen über Grönland geeinigt hätten, das sich auf die Zusammenarbeit bei einem vorgeschlagenen Golden-Dome-Raketenabwehrsystem und den Zugang zu Grönlands Mineralressourcen konzentriert. Gold gab im Zuge der Beruhigung der Marktstimmung nach und fiel am Mittwoch auf rund USD 4820 je Unze, nachdem es zu Wochenbeginn kurzzeitig ein neues Rekordhoch von über USD 4880 erreicht hatte. Der US-Dollar-Index stabilisierte sich nach Verlusten zu Beginn der Woche und US-Staatsanleihen zeigten sich wenig verändert, wobei die 2-jährige Rendite bei rund 3.6% und die 10-jährige Rendite bei etwa 4.3% lag.

US-Aktien erholen sich dank Hoffnungen auf Grönland-Abkommen

In den USA stützte die grundsätzliche Einigung zu Grönland die Aktienmärkte. Der Dow Jones Industrial legte um 1.2% auf 49'077.23 Punkte zu, der Nasdaq 100 gewann 1.4% auf 25'326.58 und der breiter gefasste S&P 500 rückte um 1.2% auf 6875.62 vor und machte damit die starken Verluste vom Vortag wett. Auf Unternehmensebene entwickelten sich Halbleiterwerte überdurchschnittlich gut: Die Aktien von Nvidia stiegen um 2.9% und Intel legten um 11.7% zu, während Netflix nach enttäuschenden Quartalszahlen 2.2% einbüsste.

Asiatische Aktien folgen der Wall Street

Die asiatischen Aktienmärkte legten am Donnerstag im Folge der Erholung an der Wall Street zu. Der südkoreanische Kospi-Index stieg zwischenzeitlich um mehr als 2% auf ein Rekordhoch von über 5000 Punkten, gab später jedoch einen Teil der Gewinne wieder ab und lag zuletzt noch rund 0.8% im Plus. Technologiewerte stützten die regionalen Märkte, nachdem Nvidia-Konzernchef Jensen Huang auf die starke langfristige Nachfrage nach Infrastruktur für künstliche Intelligenz hingewiesen hatte. Dies half unter anderem den Halbleiterherstellern Samsung Electronics, SK Hynix und der japanischen SoftBank Group, während auch Hyundai Motor ein neues Hoch erreichte. Japans Nikkei 225 notierte 2% im Plus, während Australiens S&P/ASX 200 um 0.8% zulegte. Der Hang Seng Index in Hongkong bewegte sich kaum und gab um 0.1% nach, während der chinesische CSI 300 nahezu unverändert tendierte.

Wachstum der japanischen Exporte verlangsamt sich, Südkoreas BIP-Wachstum kühlt ab

In der Makroökonomie legten Japans Exporte im Dezember im Jahresvergleich um 5.1% zu und blieben damit hinter den Markterwartungen zurück, nachdem sie im November noch um 6.1% gestiegen waren. Die Ausfuhren in die USA gingen um 11.1% zurück. Die Exporte nach Festlandchina nahmen um 5.6% zu, die Lieferungen nach Hongkong sprangen um 31.1% nach oben und die Exporte in die weitere Asienregion stiegen um 10.2%. Im Gesamtjahr 2025 erhöhten sich die Exporte um 3.1%, nach 6.2% im Jahr 2024. Die schwächere Nachfrage aus den USA und China wurde teilweise durch ein robustes Wachstum der Lieferungen nach Hongkong und Taiwan ausgeglichen, zusätzlich unterstützt durch die Nachfrage nach KI-bezogener Elektronik, vorgezogene Bestellungen aus den USA vor Zollerhöhungen und einen schwächeren Yen.

Südkoreas Wachstum kühlt sich zum Jahresende ab

Südkoreas Wirtschaft wuchs im vierten Quartal im Jahresvergleich um 1.5% und verlangsamte sich damit gegenüber 1.8% im Vorquartal, womit sie hinter den Markterwartungen zurückblieb. Gleichzeitig schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt im Quartalsvergleich um 0.3% und verzeichnete damit den stärksten Rückgang seit Ende 2022. Im Gesamtjahr 2025 verlangsamte sich das Wachstum auf 1% und lag damit auf dem tiefsten Stand seit 2020, obwohl die Jahresexporte mit USD 709.7 Milliarden einen Rekord erreichten, gestützt durch starke Halbleiterlieferungen. Die niedrige Inflation in der Nähe des Inflationsziels der Zentralbank von 2% ermöglichte es der Bank of Korea, ihren Leitzins angesichts von Währungsabwertungsdruck bei 2.5% zu belassen.

Europäische Aktien stabilisieren sich nach Trump-Rede

Die europäischen Aktienmärkte kamen am Mittwoch zur Ruhe, nachdem US-Präsident Donald Trump seine Rede beim Weltwirtschaftsforum in Davos nutzte, um den Einsatz militärischer Gewalt im Zusammenhang mit Grönland auszuschliessen. Dies dämpfte die Befürchtungen einer weiteren Eskalation, obwohl er weiterhin darauf beharrte, dass die USA die Kontrolle über das dänische Territorium übernehmen sollten. Der Bluechip-Index EuroStoxx 50 im Euroraum machte frühe Verluste teilweise wett und schloss 0.4% im Minus, während der Schweizer SMI um 0.1% nachgab.

Inflation in Grossbritannien steigt im Dezember leicht an

Die britische Verbraucherpreisinflation stieg im Dezember auf 3.4%, nach 3.2% im November, und lag damit leicht über den Markterwartungen, während die Kerninflation unverändert bei 3.2% blieb. Das Statistikamt ONS erklärte am Mittwoch, dass die Beschleunigung vor allem auf höhere Tabakpreise infolge der jüngsten Erhöhungen der Verbrauchssteuern zurückzuführen sei, zudem auf teurere Flugtickets und steigende Lebensmittelpreise, insbesondere für Brot und Getreideprodukte. Die jüngsten Daten, zusammen mit den zu Wochenbeginn veröffentlichten schwächeren Arbeitsmarktzahlen, führten dazu, dass einige Marktteilnehmerinnen und Marktteilnehmer infrage stellen, ob die Bank of England bei ihrer nächsten Sitzung tatsächlich eine Zinssenkung vornehmen oder eine Lockerung verschieben wird, auch wenn Zinssenkungen im weiteren Jahresverlauf möglich erscheinen, sofern der Lohn- und Preisdruck weiter nachlässt.

Unternehmens- und Wirtschaftskalender

Unternehmensnachrichten im Fokus: Quartalszahlen von Abbott Laboratories, Freeport McMoran, Intel, Intuitive Surgical und Procter & Gamble.

Konjunkturdaten im Fokus: Bruttoinlandsprodukt USA (14:30) und wöchentliche Erstanträge Arbeitslosenhilfe USA (14:30).

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Redaktion: Alessandro Fezzi
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG