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Aktien steigen auf Rekordstände dank Hoffnung auf Iran-Friedensgespräche

Die globalen Aktienmärkte starteten am Donnerstag freundlich, wobei der japanische Nikkei 225 ein neues Rekordhoch erreichte und die meisten asiatischen Indizes zulegten. Hoffnung auf Fortschritte in den Friedensgesprächen zwischen den USA und dem Iran stützte die Risikobereitschaft, während die Volatilität der Ölpreise nachliess. Die Stimmung wurde zusätzlich durch stärker als erwartet ausgefallene Wachstumszahlen für das 1. Quartal aus China gestützt, die zeigten, dass sich die Wirtschaft trotz anhaltender Gegenwinde durch eine schwache Binnennachfrage und den Immobiliensektor beschleunigte. An der Wall Street schlossen der S&P 500 und der Nasdaq 100 am Mittwoch auf neuen Rekordständen, gestützt durch Optimismus im Bereich künstliche Intelligenz und solide Quartalsergebnisse der US-Banken. Der US-Dollar-Index bewegte sich nahe Mehrwochentiefs seitwärts, die Renditen von US-Staatsanleihen gaben leicht nach und der Goldpreis legte moderat zu und notierte bei rund USD 4830 pro Unze.

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  • Autor Shane Strowmatt, Senior Investment Writer
  • Lesezeit 5 Minuten

Wall Street Grünes Licht
© Shutterstock

Der japanische Nikkei-225-Index stieg am Donnerstag um 2.6% auf ein neues Rekordhoch, angeführt von Technologie- und zyklischen Konsumwerten, da wachsende Erwartungen an ein Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran die Risikobereitschaft in ganz Asien stützten. Aktivistischer Druck des Investors Elliott Investment Management auf den Klimaanlagenhersteller Daikin Industries half den Kursen zusätzlich. Die regionalen Märkte tendierten überwiegend fester, mit einem Plus von rund 1.9% für den südkoreanischen Kospi und einem Anstieg von etwa 0.3% für den indischen Nifty 50. Australiens S&P/ASX 200 verlor 0.4%, nachdem Arbeitsmarktdaten für März ein jährliches Beschäftigungswachstum von 1.4% und eine unveränderte Arbeitslosenquote von 4.3% gezeigt hatten. West Texas Intermediate notierte nahe USD 92 je Barrel, und Brent-Rohöl wurde knapp unter USD 95 gehandelt, während die Anlegerinnen und Anleger Signale abwogen, dass Washington und Teheran zu einer zweiten Gesprächsrunde zusammenkommen könnten. Gleichzeitig unterstrichen Rekordstände von S&P 500 und Nasdaq über Nacht den Optimismus, dass der Iran-Krieg bald enden könnte.

Chinas Wachstum beschleunigt sich, Risiken nehmen jedoch zu

Der Hang Seng Index in Hongkong legte um 1.4% zu, und der CSI 300 auf dem chinesischen Festland stieg um 0.7%, nachdem Daten vom Donnerstag gezeigt hatten, dass das Bruttoinlandprodukt Chinas im 1. Quartal um 5% gewachsen ist, nach 4.5% im Vorquartal und über den Markterwartungen. Starke Exporte glichen die schwache Binnennachfrage aus. Die Industrieproduktion legte im Quartal im Jahresvergleich um 6.1% zu und übertraf damit das Wachstum der Detailhandelsumsätze von 2.4%, während die Industrieproduktion im März um 5.7% gegenüber dem Vorjahr zunahm, verglichen mit 6.3% im Februar. Dies unterstreicht die anhaltende Abhängigkeit der Wirtschaft von Industrie und Exporten. Die Detailhandelsumsätze stiegen im März im Jahresvergleich um 1.7% und verlangsamten sich damit gegenüber einem feiertagsbedingten Zuwachs von 2.8% im Februar. Die Anlageinvestitionen in Sachanlagen nahmen im 1. Quartal um 1.7% zu, während die anhaltende Schwäche am Immobilienmarkt dazu führte, dass die Immobilieninvestitionen um 11.2% zurückgingen, nach einem Rückgang von 9.9% im Vorjahr.

US-Technologieindizes erreichen neue Rekorde

Die US-Aktienmärkte verzeichneten am Mittwoch weitere Kursgewinne, da Optimismus rund um künstliche Intelligenz und die Hoffnung auf verlängerte Waffenstillstandsgespräche zwischen den USA und dem Iran den Technologiesektor antrieben und sowohl den S&P 500 als auch den Nasdaq 100 auf Rekordstände hoben, während der Dow Jones Industrial Average leicht nachgab. Der S&P 500 stieg um 0.8% und schloss bei 7022.95 Punkten, nachdem er intraday ein Hoch von 7026 erreicht hatte, und der Nasdaq 100 legte um 1.4% auf 26'204.58 Punkte zu. Der Dow hingegen verlor 0.15% auf 48'463.72 Punkte, da zyklische Industriewerte wie Caterpillar, das 3% einbüsste, zurückblieben. Bankaktien stützten die Stimmung zusätzlich: Die Titel von Morgan Stanley legten um 4.5% zu, und die Aktien der Bank of America stiegen um 1.8%, nachdem beide Institute besser als erwartete Quartalsergebnisse vorgelegt hatten, darunter höhere Nettozinserträge bei der Bank of America und robuste Erträge im Aktienhandel bei Morgan Stanley. Unter den grossen Technologiewerten sprang der Elektrofahrzeughersteller Tesla um 7.6% nach oben, und Microsoft stieg um 4.6%, während der Chiphersteller Broadcom 4.2% gewann und die Softwarefirma Gitlab um 8.4% zulegte, nachdem sie erweiterte Kooperationen im Bereich künstliche Intelligenz mit dem Facebook-Mutterkonzern Meta Platforms bzw. mit Google Cloud bekanntgegeben hatten.

Europäische Aktien tun sich schwer, der Wall Street zu folgen

Die europäischen Aktienmärkte zeigten sich am Mittwoch trotz neuer Rekordstände an der Wall Street uneinheitlich, da die Anlegerinnen und Anleger geopolitische Risiken und unternehmensspezifische Nachrichten abwogen. Der Euro Stoxx 50 fiel um 0.7%, der französische CAC 40 verlor 0.6%, und der Schweizer SMI gab 0.3% nach, während der deutsche DAX sich dem Trend entzog und moderat um 0.1% zulegte. Auf der Makrodaten-Seite meldete Eurostat am Mittwoch, dass die saisonbereinigte Industrieproduktion im Februar sowohl im Euroraum als auch in der EU um 0.4% gestiegen ist und damit die Rückgänge von 0.8% bzw. 0.9% im Januar teilweise ausglich. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank die Produktion im Euroraum um 0.6% und in der EU um 0.1%. Die Produktionsindizes für den Euroraum lagen bei 97.9 bzw. 99.7 auf einer Basis von 100 im Jahr 2021.

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Redaktion: Alessandro Fezzi
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG