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China: Handelsüberschuss erreicht Rekord, während Aktien wanken

Chinas Handelsüberschuss ist im vergangenen Jahr auf einen neuen Rekord gestiegen, nachdem die Ausfuhren im Dezember trotz eines starken Rückgangs des Handels mit den USA stärker als erwartet ausfielen. Dennoch gaben chinesische Aktien am Mittwoch nach, nachdem die Aufsichtsbehörden die Vorschriften für die Wertschriftenkredite verschärft hatten – im Gegensatz zu überwiegend freundlichen Börsen im restlichen Asien, wo der japanische Nikkei 225 ein neues Hoch erreichte. An der Wall Street gaben die wichtigsten Indizes am Dienstag von ihren Rekordständen nach, und Bankaktien gerieten unter Druck, als die Berichtssaison für das vierte Quartal begann. Europäische Aktienbörsen waren weitgehend unverändert. Gold wurde nach einem weiteren Rekordhoch bei rund USD 4630 gehandelt, und der Silberpreis stieg am Mittwoch erstmals über USD 90 je Feinunze, da Anlegerinnen und Anleger auf Erwartungen weiterer US-Zinssenkungen, politischen Druck auf die Federal Reserve und erhöhte geopolitische Spannungen reagierten.

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  • Autor Shane Strowmatt, Senior Investment Writer
  • Lesezeit 5 Minuten

Strategist China
© Shutterstock

Chinas Zollbehörde meldete am Mittwoch, dass die Exporte im Dezember in US-Dollar gerechnet gegenüber dem Vorjahr um 6.6% stiegen, nach 5.9% im November, und die Erwartungen damit deutlich übertrafen, während die Importe nach einem Anstieg um 7.4% im September des Vorjahres um 5.7% zulegten und ebenfalls über den Prognosen lagen. Das starke Jahresende trieb Chinas Handelsüberschuss 2025 um 20% auf den Rekordwert von USD 1.19 Billionen, da die Ausfuhren im Gesamtjahr um 5.5% zulegten und die Importe weitgehend konstant blieben, obwohl die Lieferungen in die USA um 20% und die Importe aus den USA um 14.6% zurückgingen - vor dem Hintergrund anhaltender Zollkonflikte. Chinesische Exporteure haben sich zunehmend anderen Märkten zugewandt: Die Ausfuhren in die Europäische Union und den Verband Südostasiatischer Nationen stiegen im Dezember um 12% beziehungsweise 11%, während die Exporte seltener Erden um 32% und im Gesamtjahr um 12.9% zulegten. Dennoch gaben chinesische Aktien am Mittwoch frühe Gewinne wieder ab, nachdem die Aufsichtsbehörden die Mindestmarge für Wertschriftenkäufe auf Kredit von 80% auf 100% erhöht hatten - eine Massnahme, die an den Börsen in Shenzhen, Shanghai und Peking gilt und auf eine Verschärfung der Risikokontrollen abzielt. Der CSI 300 Index drehte von einem zwischenzeitlichen Plus von 1.2% ins Minus und notierte rund 0.5% tiefer.

Asiens Aktienmärkte uneinheitlich, Nikkei auf Rekordhoch

An den übrigen Märkten in Asien notierten die Börsen überwiegend im Plus. Japans Nikkei 225 stieg um 1.6% auf ein neues Rekordhoch, begünstigt durch Spekulationen, dass Premierministerin Sanae Takaichi Neuwahlen ausrufen könnte, was Erwartungen auf weitere fiskalische Stimuli schürt und den Yen schwächt. Der koreanische Kospi legte um 0.7% auf 4723.10 Punkte zu, und Australiens S&P/ASX 200 notierte 0.1% höher bei 8820.60 Punkten. Technologietitel in Hongkong wurden weiterhin von starken jüngsten Börsengängen unterstützt, wobei der Hang Seng Index in Hongkong 0.4% im Plus lag. Indiens Nifty 50 veränderte sich kaum und notierte knapp über 25737 Punkten.

US-Aktien geben nach Rekordständen nach

US-Aktien gaben am Dienstag von ihren Rekordständen nach: Der Dow Jones Industrial Average fiel um 0.8%, nachdem er zu Wochenbeginn ein neues Hoch erreicht hatte, während der S&P 500 und der Nasdaq 100 ebenfalls leicht nachgaben. Anlegerinnen und Anleger reagierten zurückhaltend auf jüngste Äusserungen von US-Präsident Donald Trump, der Obergrenzen für Kreditkartenzinsen, Einschränkungen bei Dividenden und Aktienrückkäufen von Rüstungsunternehmen sowie Limits für institutionelle Käufe von Einfamilienhäusern forderte. Dies belastete insbesondere die Aktien von Mastercard und Visa, die rund 4% einbüssten. Zu Beginn der US-Berichtssaison im Bankensektor verlor JPMorgan 4.2%, nachdem die Übernahme des Apple-Kreditkartengeschäfts von Goldman Sachs das Quartals­ergebnis 2025 belastet hatte, obwohl der Ausblick des Managements für das laufende Jahr über den durchschnittlichen Analystenerwartungen lag.

US-Inflation lässt nach, Kern-VPI auf Tiefstand

Die Kern-Verbraucherpreise in den USA ohne Nahrungsmittel und Energie stiegen im Dezember um 0.2% gegenüber dem Vormonat und um 2.6% gegenüber dem Vorjahr - im Einklang mit der Entwicklung im November und auf dem niedrigsten Stand seit März 2021, wie aus den am Dienstag veröffentlichten Daten hervorgeht. Der gesamte Verbraucherpreisindex (VPI) legte im Monatsvergleich um 0.3% und im Jahresvergleich um 2.7% zu und entsprach damit in etwa den Markterwartungen, liegt aber weiterhin über dem Inflationsziel der Federal Reserve von 2%, auch wenn die Teuerung im Verlauf des vergangenen Jahres allmählich nachgelassen hat. Nahrungsmittelpreise blieben mit einem monatlichen Anstieg von 0.7% ein Belastungsfaktor für die Haushalte, während die Preise für Gebrauchtwagen und -lastwagen um 1.7% sanken und Flugpreise um 0.5% zurückgingen; tiefere Benzinpreise trugen zu einem Rückgang des Energiegesamtindex um 2% bei. Die jüngsten Inflationsdaten folgten auf einen Arbeitsmarktbericht, der einen Rückgang der Arbeitslosenquote von einem Vierjahreshoch zeigte, und bestärkten die Markterwartung, dass die Fed die Leitzinsen später in diesem Monat unverändert lassen dürfte.

Europäische Aktienmärkte uneinheitlich zum Start der US-Berichtssaison

Die wichtigsten europäischen Aktienindizes beendeten den Handel am Dienstag weitgehend unverändert und ohne klare Richtung, während die Anlegerinnen und Anleger auf den Beginn der US-Berichtssaison warteten: Der Euro Stoxx 50 stieg leicht um 0.2%, während der Schweizer SMI um 0.4% nachgab. Bankaktien entwickelten sich besser als der Gesamtmarkt, im Vorfeld der Quartalszahlen der US-Grossbanken. Dagegen hinkten Titel aus dem Bau- und Werkstoffsektor hinterher, nachdem die Aktien des Schweizer Chemiekonzerns Sika nach schwachen Umsätzen 2025, belastet durch Wechselkursgegenwind und einen schwachen chinesischen Baumarkt, um 9.5% einbrachen und Lindt & Sprüngli frühe Gewinne wieder abgaben und 1.9% tiefer schlossen, da das stärker als erwartete Umsatzwachstum vor allem auf Preiserhöhungen und weniger auf Volumenwachstum zurückzuführen war.

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Redaktion: Alessandro Fezzi
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG