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Chip-Optimismus stützt globale Aktienmärkte

Die globalen Aktienmärkte erhielten gegen Ende der Woche Unterstützung durch zuversichtliche Prognosen und ausgeweitete Investitionspläne von Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC), was den Optimismus hinsichtlich einer anhaltend hohen Nachfrage nach Chips im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz (KI) untermauerte. Die Aktienindizes in den USA und Europa legten am Donnerstag zu, angeführt von Technologiewerten und gestützt durch solide Ergebnisse grosser US-Finanzinstitute, während die asiatischen Börsen am Freitag uneinheitlich tendierten: Die Stärke regionaler Chiphersteller wurde durch die Schwäche in anderen Sektoren sowie neue Sorgen hinsichtlich der chinesischen Regulierung und Geopolitik überlagert. Der Goldpreis notierte am Freitag tiefer bei rund USD 4600 je Unze und gab damit einen Teil der jüngsten Gewinne ab, nachdem sich das Risiko einer US-Intervention im Iran verringert hat. Auch der Ölpreis gab leicht nach und Bitcoin notierte etwas tiefer bei rund USD 95'600.

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  • Autor Shane Strowmatt, Senior Investment Writer
  • Lesezeit 5 Minuten

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Die asiatischen Aktienmärkte zeigten sich am Freitag uneinheitlich, da Kursgewinne im Technologiesektor nach starken Quartalsergebnissen des Chip-Herstellers TSMC die Schwäche in anderen Branchen kompensierten. Der südkoreanische Kospi legte um nahezu 1% zu, angetrieben von Kursgewinnen bei lokalen Chipherstellern wie Samsung Electronics und SK Hynix. Die Aktien von TSMC stiegen in Taipeh auf ein Rekordhoch, nachdem der Titel am Vortag im US-Handel nach soliden Resultaten für das vierte Quartal und einer robusten, mit KI verbundenen Nachfrage um mehr als 4% zugelegt hatte. Technologielastige Indizes in Japan und Hongkong profitierten ebenfalls von der Stärke des Sektors, jedoch gab der Nikkei 225 um 0.3% nach und der Hang Seng verlor 0.6%, da Gewinnmitnahmen bei Schwergewichten sowie anhaltende Sorgen über diplomatische Spannungen zwischen China und Japan belasteten. Die Festlandindizes in China gaben nach, wobei der CSI 300 um rund 0.6% fiel. Neue Beschränkungen für den Hochfrequenzhandel und zuvor erhöhte Anforderungen an die Margin-Finanzierung verstärkten die Sorgen über regulatorische Eingriffe. Im Mittelpunkt stehen nun die für Montag anstehenden Daten zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) für das vierte Quartal, anhand derer beurteilt wird, ob Chinas Wirtschaft das Wachstumsziel von 5% für das Gesamtjahr erreicht hat.

US-Aktien legen leicht zu, unterstützt von Chipherstellern

Die US-Aktienindizes schlossen am Donnerstag mit moderaten Kursgewinnen: Der Dow Jones Industrial Average stieg um 0.6% auf 49'442.44 Punkte, der S&P 500 legte um 0.3% auf 6944.47 Punkte zu und der Nasdaq 100 gewann 0.3% auf 25'547.07 Punkte, nachdem er zuvor einen Anstieg von mehr als 1.2% grösstenteils wieder abgegeben hatte. Halbleiterwerte hatten zunächst deutlich zugelegt, nachdem TSMC deutlich höhere Investitionspläne für die kommenden drei Jahre angekündigt hatte, um der stark steigenden Nachfrage nach Chips für KI-Anwendungen gerecht zu werden. Die Stimmung hellte sich zusätzlich auf, nachdem die US-Regierung ein Handelsabkommen vorstellte, wonach Chiphersteller aus Taiwan mindestens USD 250 Milliarden in den USA investieren und Kreditgarantien über weitere USD 250 Milliarden erhalten sollen, während die US-Zölle auf Waren aus Taiwan von 20% auf 15% gesenkt werden. Die Aktien der US-Chipausrüster Applied Materials, Lam Research und KLA stiegen um 4.2% bis 7.7%, während grosse Chiphersteller wie Nvidia, Micron, Broadcom und AMD Kursgewinne zwischen 0.9% und 2.1% verzeichneten. Die grossen US-Banken Goldman Sachs und Morgan Stanley rückten nach besser als erwarteten Quartalsergebnissen um 4.6% bzw. 5.8% vor. BlackRock legte 5.9% zu, nachdem die im Schlussquartal 2025 verwalteten Vermögen die Prognosen der Analystinnen und Analysten übertroffen hatten.

Europäische Börsen profitieren von Technologiewerten

Die wichtigsten europäischen Aktienindizes verzeichneten am Donnerstag moderate Kursgewinne: Der Eurozonen-Leitindex Euro Stoxx 50 schloss 0.6% höher auf einem neuen Rekordstand von 6041.14 Punkten, und der Schweizer SMI legte leicht um 0.1% auf 13'476.32 Punkte zu. Die Stimmung wurde gestützt durch eine stärker als erwartet ausgefallene Industrieproduktion der Eurozone im November, die Rückkehr der deutschen Wirtschaft zu einem moderaten Wachstum im Jahr 2025 (0.2% BIP-Wachstum preisbereinigt) nach zwei Rezessionsjahren sowie soliden Ergebnissen von US-Finanzunternehmen. Technologiewerte führten die Sektorrangliste an, da der Optimismus bezüglich der Wachstumsaussichten von TSMC die Stimmung im Halbleitersektor verbesserte. Der niederländische Chipausrüster ASML stieg um 6% auf einen Rekordschlusskurs und festigte seine Position als grösstes börsenkotiertes Unternehmen Europas mit einer Marktkapitalisierung von über EUR 440 Milliarden Luxusgüterwerte gaben nach anfänglichen Gewinnen nach: Der Schweizer Schmuck- und Uhrenhersteller Richemont verlor 2.4% und Kering 3.2%, obwohl Richemonts Schmuckmarken starke Umsätze erzielten. Das Unternehmen warnte jedoch, dass ungünstige Währungseffekte und höhere Rohstoffkosten die Margen belasten könnten. Öl- und Edelmetallwerte gerieten ebenfalls unter Druck, nachdem die Ölpreise im Zuge gesunkener Erwartungen an einen US-Militärschlag gegen den Iran kräftig nachgaben.

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Redaktion: Alessandro Fezzi
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG