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Erholung im Technologiesektor beflügelt asiatische Aktien

Die starken Ergebnisse von Microsoft haben das Vertrauen in das Thema Künstliche Intelligenz (KI) wiederbelebt und am Donnerstag eine breite Rally bei US-Technologieaktien sowie am Freitag einen Rekordanstieg des südkoreanischen Kospi ausgelöst. Die Nasdaq-Indizes führten die Wall Street nach oben, während asiatische Aktien mehrheitlich zulegten. Die Ölpreise fielen, da sich die Schifffahrt durch die Strasse von Hormus verbesserte. Anlegerinnen und Anleger erwarten am Freitag Inflationsdaten aus der Eurozone und Zahlen zum US-Verbrauchervertrauen.

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  • Autor Shane Strowmatt, Senior Investment Writer
  • Lesezeit 5 Minuten

Samsung
© Shutterstock

Südkoreas Kospi stieg am Freitag um 16.8% auf 6535.47 Punkte, der grösste Anstieg seiner Geschichte, da das wiedergewonnene Vertrauen in KI-Investitionen eine kräftige Erholung von Technologieaktien auslöste. Der Index hatte in den vorangegangenen drei Handelstagen wegen Sorgen über die Verschuldung führender Technologieunternehmen, chinesische Konkurrenz und die Zunahme gehebelter Produkte 17% verloren. Der Speicherchiphersteller SK Hynix stieg um bis zu 30%, auch gestützt durch den ersten persönlichen Aktienkauf von Chey Tae-won, dem Vorsitzenden der SK Group, während Samsung Electronics um 26% zulegte. Anlegerinnen und Anleger wurden durch die anhaltenden Investitionspläne grosser Technologieunternehmen ermutigt, was darauf hindeutet, dass sich der jüngste KI-bedingte Ausverkauf stabilisieren könnte. Anderswo in Asien stieg Japans Nikkei 225 um 3.8% auf 64'207.50 Punkte und der chinesische CSI 300 um 1.2% auf 4602.31 Punkte. Australiens S&P/ASX 200 und Indiens Nifty 50 bewegten sich mit 8973.10 beziehungsweise 24'347.05 Punkten kaum, während Hongkongs Hang Seng Index um 0.4% auf 25'769 Punkte fiel.

Bank of Japan belässt Zinsen unverändert

Die Bank of Japan beliess ihren Leitzins am Freitag in einer 8-zu-1-Entscheidung bei 1%, während das Ratsmitglied Hajime Takata eine Erhöhung um 25 Basispunkte befürwortete. Die Zentralbank erwartet, dass die Kerninflation ab September deutlich über ihr Ziel von 2% steigen wird, gestützt durch höhere Löhne, die an die Konsumentenpreise weitergegeben werden, höhere Ölpreise und die Abwertung des Yen. Die Kerninflation lag im Juli bei 1.6%. Die Bank of Japan rechnet dennoch damit, dass die Inflation anschliessend mit sinkenden Rohölpreisen wieder gegen das Ziel zurückgeht, und bekräftigte, dass sie den Leitzins weiter anheben wird, da sich die zugrunde liegende Inflation 2% nähert. Der Yen wertete am Donnerstagabend Berichten zufolge nach einer Intervention Japans deutlich auf.

Chinas Industrieaktivität schrumpft

Chinas offizieller Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe fiel im Juli von 50.3 im Juni auf 49.2 und sank damit unter die Schwelle, welche Wachstum von Schrumpfung trennt. Zudem blieb er hinter den Erwartungen zurück, wie am Freitag veröffentlichte Daten zeigten. Die erste Schrumpfung seit Februar widerspiegelte schwächere Inlandsaufträge, durch Taifune verursachte Unterbrechungen und die nachlassende Unterstützung durch Exporteure, die Lieferungen vor höheren US-Zöllen vorgezogen hatten. Die Neuaufträge fielen auf ein 38-Monats-Tief von 48.5, während der Index für das Baugewerbe auf ein Rekordtief von 47.0 sank und der Gesamtindex mit 49.3 den niedrigsten Stand seit 2022 erreichte. Die Zahlen erhöhen den Druck auf Peking, die Inlandsnachfrage zu stärken, nachdem sich das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr auf 4.3% verlangsamt hatte.

Microsoft-Ergebnisse lösen Nasdaq-Erholung aus

Der Nasdaq-100 stieg am Donnerstag um 3.4% auf 28'106.34 Punkte und beendete damit eine sechstägige Verlustserie, nachdem starke Ergebnisse des Softwarekonzerns Microsoft die Nachfrage nach Technologieaktien wiederbelebt hatten. Microsoft stieg um 15.5%, der grösste Tagesgewinn seit 2008, und gewann USD 450 Bio. an Börsenwert hinzu, nachdem das Unternehmen den Anlegerinnen und Anlegern versichert hatte, dass seine Investitionen in KI unter Kontrolle seien. Die Facebook-Muttergesellschaft Meta Platforms fiel hingegen um 8%, nachdem sie das untere Ende ihrer Investitionsspanne angehoben hatte. Der S&P 500 gewann 1.7% auf 7437.63 Punkte und der Dow Jones Industrial Average stieg um 1.2% auf 52'208.06 Punkte, unterstützt durch niedrigere Ölpreise und gesunkene Erwartungen einer Zinserhöhung der Federal Reserve an ihrer nächsten Sitzung. Auch Halbleiteraktien legten zu: Sandisk stieg um 26%, während Micron, Intel und AMD zwischen 11% und 18% gewannen.

US-Wachstum verlangsamt sich, während Inflation anhält

Die US-Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal auf Jahresbasis mit einer annualisierten Rate von 1.5%, nach 2.1% im ersten Quartal und schwächer als vom Markt erwartet. Dies geht aus am Donnerstag veröffentlichten Daten hervor. Niedrigere Lagerbestände und geringere Staatsausgaben belasteten das Wachstum, während die Konsumausgaben auf 2.1% anzogen und die zugrunde liegende private Binnennachfrage robust um 3.9% stieg. Der Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben sank im Juni um 0.1%, lag gegenüber dem Vorjahr aber um 3.7% höher. Die Kerninflation betrug 0.1% gegenüber dem Vormonat und 3.3% gegenüber dem Vorjahr. Damit blieb die Inflation deutlich über dem Ziel der Federal Reserve von 2%, während die persönliche Sparquote auf ein Vierjahrestief von 2.7% sank.

Wachstum in der Eurozone beschleunigt sich im zweiten Quartal

Das Bruttoinlandprodukt der Eurozone stieg im zweiten Quartal um 0.4%, nachdem es im ersten Quartal stagniert hatte, wie eine am Donnerstag veröffentlichte vorläufige Schätzung von Eurostat zeigte. Das Wachstum gegenüber dem Vorjahr beschleunigte sich von 0.5% auf 1%, während die Wirtschaftsleistung der EU gegenüber dem Vorquartal um 0.5% und gegenüber dem Vorjahr um 1.2% zunahm. Das deutsche Bruttoinlandprodukt stieg gegenüber dem Vorquartal um 0.2% und gegenüber dem Vorjahr um 0.9%, da höhere Exporte einen schwachen Konsum und sinkende Investitionen ausglichen. Das Wachstum Deutschlands im ersten Quartal wurde auf 0.4% nach oben revidiert, während aktualisierte Daten zeigten, dass die Wirtschaft 2024 stagnierte, statt um 0.5% zu schrumpfen. Der Euro Stoxx 50 stieg am Donnerstag um 1.5% auf 6341.35 Punkte, der deutsche DAX gewann 0.6% auf 25'612.03 Punkte und der französische CAC 40 legte 0.9% auf 8485.64 Punkte zu.

Bank of England belässt Zinsen unverändert

Die Bank of England beliess den Leitzins am Donnerstag wie erwartet bei 3.75%. Sechs Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses unterstützten den Entscheid, drei befürworteten eine Erhöhung um 25 Basispunkte. Die abweichenden Stimmen widerspiegelten wachsende Sorgen, dass Störungen an den Energiemärkten und Angebotsengpässe den Preisdruck verstärken könnten, obwohl die britische Inflation im Juni auf ein 15-Monats-Tief von 2.6% gefallen war. Das britische Pfund stieg nach der Bekanntgabe gegenüber dem US-Dollar um 0.1% auf 1.3376. Die stärker gespaltene Abstimmung erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung, falls die Inflation nicht weiter sinkt.

Schweizer Konjunkturausblick verbessert sich weiter

Das KOF-Konjunkturbarometer stieg im Juli gegenüber dem revidierten Wert von 102.1 im Juni um 1.4 Punkte auf 103.5, wie am Donnerstag veröffentlichte Daten zeigten. Der Indikator lag weiterhin über seinem mittelfristigen Durchschnitt und bestätigte die Anzeichen für einen sich verbessernden Ausblick der Schweizer Wirtschaft. Finanz- und Versicherungsdienstleistungen, Baugewerbe, verarbeitendes Gewerbe und andere Dienstleistungen trugen zum Anstieg bei, während die Auslandsnachfrage und der private Konsum weitgehend unverändert blieben. Der Swiss Market Index fiel am Donnerstag um 0.7% auf 14'392.49 Punkte.

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Redaktion: Alessandro Fezzi
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG