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Japan entgeht einer Rezession, Märkte treten auf der Stelle

Die japanischen Aktien gaben zu Wochenbeginn leicht nach, nachdem Daten zeigten, dass die Wirtschaft im vierten Quartal zu einem minimalen Wachstum zurückgekehrt ist und damit knapp einer technischen Rezession entgangen ist, jedoch hinter den Markterwartungen zurückblieb. Der Handel in Asien war verhalten, da mehrere wichtige Märkte feiertagsbedingt geschlossen blieben, während die europäischen Aktien die letzte Woche uneinheitlich beendeten. An der Wall Street gelang es den grossen US-Indizes trotz der etwas niedrigeren Inflation im Januar nicht, sich nennenswert von den Verlusten früher in der Woche zu erholen. Der Goldpreis gab am Montag um rund 1% auf knapp unter USD 5000 je Unze nach, da Anlegerinnen und Anleger nach einem Anstieg um 2.4% am Freitag Gewinne mitnahmen. Bitcoin lag 2.7% im Minus und notierte zum Wochenauftakt bei rund USD 68'500.

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  • Autor Shane Strowmatt, Senior Investment Writer
  • Lesezeit 5 Minuten

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Das japanische Bruttoinlandprodukt kehrte im vierten Quartal mit einem Wachstum von 0.1% sowohl gegenüber dem Vorquartal als auch gegenüber dem Vorjahreszeitraum in den Plusbereich zurück, nach einem Rückgang von 0.7% im vorangegangenen Quartal und einem jährlichen Wachstum von 0.6% im dritten Quartal 2025, wie am Montag veröffentlichte Daten zeigen. Der bescheidene Anstieg, der hauptsächlich von den privaten Konsumausgaben getragen wurde, während Exporte und öffentliche Ausgaben nachliessen, blieb hinter den Markterwartungen zurück. Die Zahlen halfen Japan zwar, eine technische Rezession zu vermeiden, dennoch notierte der japanische Nikkei 225 am Montag 0.2% tiefer. Anderswo in Asien blieb der Handel gedämpft, da die Märkte in China, Südkorea und Taiwan feiertagsbedingt geschlossen waren, während der Hang-Seng-Index in Hongkong 0.3% zulegte. Australiens S&P/ASX 200 notierte 0.2% im Plus und Indiens Nifty 50 stieg um 0.3%.

US-Inflationsmass und Wachstumsdaten im Fokus

In dieser Woche richtet sich die Aufmerksamkeit auf die Vereinigten Staaten, da die Märkte die BIP-Daten für das vierte Quartal sowie am Freitag ein umfassendes Set von Inflationsdaten zu den persönlichen Konsumausgaben (Personal Consumption Expenditures, PCE) für Dezember verarbeiten, darunter die Kernindizes der Preise für persönliche Konsumausgaben und die persönlichen Ausgaben, die wichtige Entscheidungsgrundlagen für die geldpolitischen Beratungen der US-Notenbank (Federal Reserve, Fed) darstellen. Die US-Geldpolitikverantwortlichen sind die gesamte Woche über aktiv, mit mehreren Reden von Mitgliedern des Federal Open Market Committee (FOMC) und der Veröffentlichung des jüngsten FOMC-Sitzungsprotokolls am Mittwoch, das weitere Einblicke in die Überlegungen der Zentralbank liefert. In Europa verfolgen die Märkte die Inflationsdaten für Januar aus Deutschland (Dienstag), Frankreich (Mittwoch) und dem Vereinigten Königreich (Mittwoch) sowie am Freitag die Einkaufsmanagerindizes aus der Eurozone und aus dem Vereinigten Königreich, um Hinweise auf den Wachstumspfad der Region zu erhalten. Aus Japan liefern die Verbraucherpreisindexdaten (VPI) für Januar (Freitag) nähere Details zum Inflationsumfeld des Landes. Der asiatische Konjunkturkalender bleibt ansonsten dünn, da die Märkte in China, Hongkong und einigen weiteren Ländern Asiens wegen der Neujahrsfeiertage über weite Teile der Woche geschlossen bleiben. Die US-Märkte sind am Montag aufgrund des Presidents Day Feiertags geschlossen.

US-Aktien können Erholung nicht halten

Die wichtigsten US-Aktienindizes schlossen am Freitag kaum verändert, da ein Versuch, sich vor dem langen Feiertagswochenende von den deutlichen Verlusten früher in der Woche zu erholen, ins Stocken geriet. Der Dow Jones Industrial beendete den Handel 0.1% fester bei 49'500.93 Punkten, der S&P 500 legte ebenfalls 0.1% auf 6'836.17 Punkte zu und der Nasdaq 100 stieg um 0.2% auf 24'732.73 Punkte, jedoch beendeten alle drei Indizes die Woche zwischen 1.2% und 1.4% im Minus. Ein etwas schwächer als erwartet ausgefallener Anstieg der US-Inflation im Januar bestärkte die Erwartungen auf Zinssenkungen und stützte goldnahe Aktien wie die Minengesellschaften Agnico Eagle Mines und Barrick Mining, verlieh den Aktienmärkten insgesamt jedoch keinen nachhaltigen Auftrieb. Der gesamte Verbraucherpreisindex (VPI) stieg im Jahresvergleich um 2.4%, nach 2.7% im Dezember und damit auf die niedrigste Rate seit Mai des vergangenen Jahres, während der Kern-VPI, der Nahrungsmittel und Energie ausklammert, im gleichen Zeitraum um 2.5% zunahm und damit den Markterwartungen entsprach. Technologiewerte standen weiterhin unter Druck, da anhaltende Sorgen über hohe Investitionen in künstliche Intelligenz und anspruchsvolle Bewertungen auf die Stimmung drückten; Nvidia und Apple gaben jeweils mehr als 2% nach.

Schweizer Inflation bleibt auf niedrigem Niveau stabil

Die jährliche Inflation in der Schweiz verharrte im Januar bei 0.1%, wobei der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) gegenüber Dezember um 0.1% auf 99.9 Punkte nachgab, wie das Bundesamt für Statistik am Freitag mitteilte. Inländische Güter waren 0.5% teurer als vor einem Jahr, während die Preise für importierte Güter 1.5% niedriger lagen; die Kerninflation für den gesamten Warenkorb - ohne frische und saisonale Produkte, Energie und Treibstoffe - belief sich ebenfalls auf 0.5%. Der jüngste Wert lag am unteren Rand der Markterwartungen. Der Swiss Market Index schnitt am Freitag besser ab als die europäischen Vergleichsindizes und gewann 0.5%.

Wachstum in der Eurozone bleibt verhalten

Eurostat meldete am Freitag, dass das Bruttoinlandprodukt der Eurozone im vierten Quartal im Jahresvergleich um 1.3% zunahm, nach 1.4% im dritten Quartal, während das BIP in der erweiterten EU um 1.5% nach zuvor 1.6% wuchs. Die Zahl der beschäftigten Personen in der Eurozone stieg im vierten Quartal im Jahresvergleich um 0.6%, verglichen mit einem Zuwachs von 0.7% in der EU, was auf eine weiterhin moderate, aber stabile Expansion des Arbeitsmarktes hinweist. Die europäischen Aktienmärkte schlossen den Handel am Freitag uneinheitlich. Der Euro Stoxx 50 verlor 0.4%, während der deutsche DAX um 0.3% zulegte und der französische CAC 40 um 0.4% nachgab.

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Redaktion: Alessandro Fezzi
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG