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Nachlassende US-Inflation beflügelt Aktien trotz Wachstumsverlangsamung in China

Die nachlassende US-Inflation stützte die Risikobereitschaft und verhalf der Wall Street am Dienstag trotz des erneut aufflammenden Konflikts im Nahen Osten zu höheren Schlusskursen. Auch die asiatischen Börsen legten am Mittwoch zu, angeführt von einem technologiegetriebenen Kurssprung in Südkorea, obwohl das enttäuschende chinesische Wirtschaftswachstum und der sich verschärfende Investitionsrückgang die Aussichten eintrübten. Die europäischen Aktienmärkte hatten den Dienstag weitgehend unverändert beendet, während die Ölpreise nach neuen US-Angriffen auf den Iran und der Wiedereinführung einer Seeblockade nahe der Strasse von Hormus zulegten.

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  • Autor Shane Strowmatt, Senior Investment Writer
  • Lesezeit 5 Minuten

China Shanghai
© Shutterstock

Chinas Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 4.3%, nach 5% im ersten Quartal und damit weniger stark als von Ökonominnen und Ökonomen erwartet, wie am Mittwoch veröffentlichte Daten zeigten. Dies war das schwächste Wachstum seit dem vierten Quartal 2022 und lag unter Pekings Wachstumsziel von 4.5-5% für das Gesamtjahr. Die städtischen Anlageinvestitionen gingen im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahr um 5.7% zurück. Darin spiegelten sich die anhaltende Immobilienkrise, strengere Kreditbeschränkungen für Lokalbehörden und ein Mangel an geeigneten Projekten wider. Die Einzelhandelsumsätze stiegen im Juni gegenüber dem Vormonat dennoch um 1%, nachdem sie im Mai um 0.6% gesunken waren. Gleichzeitig beschleunigte sich das jährliche Wachstum der Industrieproduktion von 4.5% auf 5.3%. Der Hang-Seng-Index in Hongkong stieg am Mittwoch um 1.1% auf 24'609.50 Punkte, während der CSI 300 auf dem chinesischen Festland um 0.3% auf 4810.42 Punkte zulegte.

Asiatische Aktien steigen nach schwächeren US-Inflationsdaten

Die meisten asiatischen Aktienmärkte legten am Mittwoch zu. Der südkoreanische Kospi sprang um 6% nach oben, gestützt durch Kursgewinne bei SK Hynix und Samsung Electronics, während der japanische Nikkei 225 um 1.1% stieg. Die zunehmenden Spannungen mit dem Iran und die erhöhten Ölpreise dämpften die Stimmung, nachdem US-Streitkräfte iranische Militärziele angegriffen und erneut eine Seeblockade gegen die Häfen des Landes nahe der Strasse von Hormus verhängt hatten. Terminkontrakte auf die US-Ölsorte West Texas Intermediate (WTI) stiegen um 0.7% auf USD 79.87 je Barrel, während Terminkontrakte auf die Nordseeölsorte Brent um 0.9% auf USD 85.52 je Barrel zulegten.

Nasdaq erholt sich trotz Kurseinbruch bei IBM

Der Nasdaq 100 stieg am Dienstag um 1.1% auf 29'586.29 Punkte, während der S&P 500 um 0.4% auf 7543.59 Punkte zulegte und der Dow Jones Industrial Average mit 52'508.27 Punkten kaum verändert schloss. Die schwächer als erwartet ausgefallene US-Verbraucherpreisinflation stützte die Stimmung, während die zunehmenden Feindseligkeiten mit dem Iran und die höheren Ölpreise weiterhin im Fokus standen. IBM-Aktien brachen nach enttäuschenden Ergebnissen und zurückhaltenden Aussagen der Unternehmensführung um mehr als 25% ein und belasteten damit auch andere Technologieunternehmen. Zu Beginn der Berichtssaison für das zweite Quartal legten die grossen US-Banken insgesamt besser als erwartete Ergebnisse vor. Die Aktien von JPMorgan stiegen daraufhin um 2.5% und jene von Goldman Sachs um 9%.

US-Inflation schwächt sich im Juni ab

Die US-Verbraucherpreisinflation verlangsamte sich im Juni von 4.2% im Mai auf 3.5% gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig sank der Verbraucherpreisindex gegenüber dem Vormonat um 0.4%, wie am Dienstag veröffentlichte Daten des US-Arbeitsministeriums zeigten. Die Kerninflation blieb gegenüber dem Vormonat unverändert und ging im Jahresvergleich von 2.9% im Mai auf 2.6% zurück. Sowohl die Gesamt- als auch die Kerninflation lagen unter den Markterwartungen. Der Rückgang war hauptsächlich auf um 5.7% gesunkene Energiekosten zurückzuführen. Dabei verbilligten sich Benzin und Heizöl jeweils um mehr als 9%. Die Preise für Dienstleistungen blieben unverändert, da die Wohnkosten nur leicht stiegen. Die Renditen von US-Staatsanleihen fielen unmittelbar nach der Veröffentlichung und der US-Dollar-Index gab deutlich nach. Dennoch rechnen die Marktteilnehmerinnen und Marktteilnehmer weiterhin damit, dass die US-Notenbank unter ihrem Vorsitzenden Kevin Warsh die Leitzinsen im September anheben wird, da die erneuten Spannungen im Nahen Osten die Ölpreise wieder nach oben treiben könnten.

Schweizer Produzenten- und Importpreise sinken

Der Schweizer Produzenten- und Importpreisindex sank im Juni gegenüber dem Vormonat um 0.3% auf 99.8 Punkte und lag 2.1% unter dem Vorjahresniveau, wie am Dienstag veröffentlichte Daten zeigten. Die Produzentenpreise gingen gegenüber Mai um 0.1% und gegenüber dem Vorjahr um 2.7% zurück. Die Importpreise sanken gegenüber dem Vormonat um 0.7% und gegenüber dem Vorjahr um 0.8%. Niedrigere Preise für Erdölprodukte, Erdöl und Erdgas waren für den monatlichen Rückgang ausschlaggebend. Auch Pharmazeutika und importierte Lebensmittel wurden günstiger. Der Swiss Market Index fiel am Dienstag um 0.2% auf 14'241.77 Punkte, während der Euro Stoxx 50 um 0.1% auf 6278.75 Punkte zulegte.

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Redaktion: Alessandro Fezzi
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG