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Ölpreise geben leicht nach, Australiens Zentralbank erhöht Zinsen erneut

Die Ölpreise gaben am Dienstag leicht nach, nachdem sie am Vortag stark gestiegen waren, während Investorinnen und Investoren die erneuten Zusammenstösse zwischen den USA und dem Iran rund um die Strasse von Hormus bewerteten. Gleichzeitig erhöhte Australiens Zentralbank die Zinsen erneut und signalisierte, dass eine weitere Straffung nötig sein könnte. Die US-Aktienmärkte schlossen am Montag tiefer, da höhere Ölpreise und geopolitische Spannungen auf die Stimmung drückten, während auch die europäischen Börsen nachgaben. In Asien war der Handel am Dienstag dünn, da die Märkte in Japan, China und Südkorea feiertagsbedingt geschlossen waren.

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  • Autor Shane Strowmatt, Senior Investment Writer
  • Lesezeit 5 Minuten

Öl
© Shutterstock

Die Ölpreise notierten am Dienstag leicht tiefer, nachdem sie zu Wochenbeginn noch stark gestiegen waren. Brent-Rohöl fiel in Richtung USD 113 pro Barrel, während US-Rohöl nahe USD 104 gehandelt wurde. Brent war am Montag um 5.8% gestiegen, nachdem iranische Angriffe, US-Militäroperationen zur Begleitung von Schiffen durch die Wasserstrasse und ein Angriff auf ein Ölterminal in den VAE neue Zweifel an der seit vier Wochen geltenden Waffenruhe aufkommen liessen. Der Konflikt hat Brent in diesem Jahr um fast 90% nach oben getrieben, da das regionale Angebot beeinträchtigt wurde und die Strasse von Hormus weitgehend blockiert blieb. Der Goldpreis lag leicht höher und wurden am Dienstag bei rund USD 4540 pro Unze gehandelt, während der US-Dollar-Index ebenfalls leicht zulegte. Die Renditen von US-Staatsanleihen fielen über die gesamte Kurve hinweg, wobei die zweijährige Rendite bei rund 3.9% und die zehnjährige Rendite nahe 4.4% lag.

Australiens Zentralbank erhöht Leitzins erneut

Die Reserve Bank of Australia erhöhte ihren Leitzins am Dienstag von 4.1% auf 4.35%, da die anhaltende Inflation sowie höhere Treibstoff- und Rohstoffpreise im Zusammenhang mit den Spannungen im Nahen Osten den Preisdruck aufrechterhielten. Die Zentralbank teilte mit, dass die Verbraucherpreise im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 4.1% gestiegen seien, nachdem die monatliche Inflation im März 4.6% erreicht hatte. Nun erwartet die RBA, dass die Inflation im Quartal per Juni durchschnittlich 4.8% betragen und bis Ende 2026 bei 4% liegen wird. Beide Werte liegen über ihren bisherigen Prognosen. Die Notenbank signalisierte zudem, dass eine weitere Straffung nötig sein könnte. Ihre Projektionen deuten auf einen Leitzins von 4.7% im Dezember hin, obwohl sie ihre Wachstumsprognose für 2026 von 1.8% auf 1.3% senkte. Australiens Wirtschaft wuchs im vierten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 2.6% und damit so stark wie seit zwei Jahren nicht mehr, was ihr Spielraum gibt, die Zinsen weiter zu erhöhen. Australiens S&P/ASX 200 wurde am Dienstag 0.4% tiefer gehandelt. Auch anderswo in der Region Asien/Pazifik war der Handel dünn, da die Börsen in Japan, China und Südkorea feiertagsbedingt geschlossen waren. Der Hang-Seng-Index in Hongkong verlor 1.3%, und Indiens Nifty 50 gab 0.8% nach.

US-Aktien mit Verlusten 

Die US-Aktienindizes schlossen am Montag tiefer, da die erneuten Spannungen im Nahen Osten und die höheren Ölpreise auf die Stimmung drückten. Der Dow Jones Industrial Average fiel um 1.1% auf 48'941.90 Punkte, der S&P 500 sank um 0.4% auf 7200.75 Punkte, und der Nasdaq 100 gab um 0.2% auf 27'651.82 Punkte nach, nachdem er zuvor noch ein Rekordhoch erreicht hatte. Der Videospielhändler GameStop erklärte, dass er den Online-Marktplatz eBay in einer Transaktion im Wert von rund USD 56 Milliarden erwerben wolle. Daraufhin stiegen die eBay-Aktien um 5%, während GameStop 10.1% verlor. Auch Logistikaktien gerieten unter Druck, nachdem der Technologie- und E-Commerce-Konzern Amazon mitgeteilt hatte, sein Logistiknetzwerk für andere Unternehmen zu öffnen. UPS und FedEx brachen daraufhin um 10.5% beziehungsweise 9.1% ein.

Wachstum der Euro-Industrie beschleunigt sich

Die Industrie in der Eurozone verbesserte sich im April weiter. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe der Eurozone von S&P Global stieg laut den am Montag veröffentlichten Daten von 51.6 im März auf 52.2, während der Produktionsindex leicht von 52.0 auf 52.3 anzog. Laut der Umfrage wurde die stärkere Nachfrage teilweise dadurch getrieben, dass Kundinnen und Kunden Bestellungen vorzogen, um ihre Lagerbestände vor erwarteten Preiserhöhungen und möglichen Lieferunterbrechungen im Zusammenhang mit dem Krieg im Nahen Osten aufzubauen. Dies half den Neuaufträgen zum stärksten Wachstumstempo seit vier Jahren. Der Kostendruck nahm deutlich zu: Die Inflation bei den Inputpreisen erreichte ein nahezu Vierjahreshoch, und die Verkaufspreisinflation stieg auf den höchsten Stand seit Januar 2023, während das Geschäftsklima auf den tiefsten Stand seit November 2024 fiel. Unter den grossen Volkswirtschaften der Eurozone verzeichneten Frankreich und Italien ihre stärkste Expansion der Industrie seit der ersten Hälfte von 2022, während sich das Wachstum in Deutschland gegenüber März leicht abschwächte. Die europäischen Aktienindizes schlossen am Montag deutlich tiefer und folgten damit der breiteren Risikoaversion. Der Euro Stoxx 50 gab um 2.2% nach, während Deutschlands DAX 1.2% verlor und Frankreichs CAC 40 um 1.7% sank. Auch der Swiss Market Index gab nach und verlor am Montag 1%.

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Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG