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Ölpreisrutsch, Aktien legen zu nach Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran

Die Ölpreise gaben am Dienstag deutlich nach, nachdem US-Präsident Donald Trump Luftangriffe auf den Iran aussetzte und eine zweiwöchige beidseitige Waffenruhe verkündete. Trump erklärte, die USA hätten ihre militärischen Ziele bereits erreicht und stünden kurz vor einem umfassenderen Friedensabkommen. Brent Rohöl fiel um rund 14% auf etwa USD 94 je Barrel, West Texas Intermediate gab um rund 15% auf knapp unter USD 96 nach, während die globalen Aktienmärkte zulegten. Der US-Dollar-Index geriet ebenfalls unter Druck und verlor 0.8%. Trump sagte, er habe der Aussetzung der Bombardierungen nach Gesprächen mit der pakistanischen Führung zugestimmt – unter der Bedingung, dass der Iran die Strasse von Hormus, einen wichtigen Engpass, durch den rund 20% der weltweiten Öllieferungen verlaufen, vollständig und sicher wieder öffnet.

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  • Autor Shane Strowmatt, Senior Investment Writer
  • Lesezeit 5 Minuten

Märkte
© Shutterstock

Die Goldpreise stiegen am Mittwoch nach der Waffenruhe auf ein Dreiwochenhoch, da die Furcht vor unmittelbaren Angriffen auf zivile Infrastruktur nachliess und der US-Dollar schwächer tendierte. Der Gold-Spotpreis legte um 2.5% auf rund USD 4820 je Unze zu und erreichte damit den höchsten Stand seit Mitte März. Silber verteuerte sich um 4.5% auf rund USD 77 je Unze, da Anlegerinnen und Anleger auf den starken Einbruch der Ölpreise und die wachsenden Erwartungen reagierten, dass der am Freitag anstehende US-Verbraucherpreisindex energiebedingte Inflationsimpulse zeigen dürfte, welche die geldpolitischen Perspektiven der US-Notenbank erschweren könnten.

Asiatische Aktien legen nach US‑Iran‑Waffenruhe zu

Die Aktienmärkte in Asien notierten am Mittwoch fester. Südkoreas Kospi führte die Kursgewinne in der Region mit einem Anstieg von mehr als 6% an, gestützt durch deutliche Kurszuwächse bei den Chip-Herstellern Samsung Electronics und SK Hynix. In Japan lag der Nikkei 225 5.4% im Plus. In Australien stieg der S&P/ASX 200 um 2.7%, der Hang Seng Index in Hongkong legte 3.1% zu und der CSI 300 auf dem chinesischen Festland gewann 3.2%.

In der Geldpolitik liess die indische Zentralbank ihren Leitzins am Mittwoch unverändert bei 5.25%. Das robuste Wirtschaftswachstum verschafft den Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern Spielraum für eine straffe Ausrichtung, während der Krieg mit Beteiligung des Iran die Inflationsrisiken erhöht. Indiens Aktienindex Nifty 50 legte am Mittwoch um 3.8% zu. In Neuseeland beliess die Zentralbank den offiziellen Leitzins ebenfalls unverändert bei 2.25% und warnte, dass höhere Ölpreise infolge des Konflikts im Nahen Osten die Inflation anheizen dürften, selbst wenn sich die inländische Konjunktur abschwächt.

US-Aktien vor Waffenruheankündigung kaum verändert

Die US-Aktienmärkte schlossen am Dienstag nach einer späten Erholung und vor Ablauf des Ultimatums von US-Präsident Donald Trump an den Iran zur Aufhebung der Blockade der Strasse von Hormus insgesamt kaum verändert. Der Dow Jones Industrial Average verlor 0.2%, der S&P 500 rückte um 0.1% vor und der Nasdaq 100 verbuchte ein geringes Plus. Apple-Aktien konnten frühe, deutliche Verluste zwar verringern, schlossen aber dennoch 2.1% im Minus, nachdem Berichte über technische Probleme in der Testphase eines faltbaren iPhones und mögliche Produktionsverzögerungen aufgekommen waren – trotz Hinweise darauf, dass das Gerät im September zusammen mit dem iPhone 18 Pro und dem Pro Max auf den Markt kommen könnte. Intel stieg um 4.2%, nachdem bekannt wurde, dass sich der Konzern Elon Musks Terafab-Chipinitiative für Tesla, SpaceX und xAI anschliessen wird.

Europäische Aktien geben wegen Iran-Spannungen nach

Die wichtigsten europäischen Aktienindizes gaben am Dienstag nach, da erneute Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen den Iran auf die Stimmung drückten. Der EuroStoxx 50 verlor 1.1%, der Schweizer SMI 1.5%. Im Fokus stand Trumps Ultimatum, wonach der Iran die strategisch wichtige Strasse von Hormus für den Transport von Rohöl und Flüssigerdgas wieder öffnen müsse – noch vor der später bekanntgegebenen Waffenruhe. Medientitel waren klare Gewinnerinnen: US-Investor Bill Ackman legte über seine Firma Pershing Square Capital ein Übernahmeangebot für den Musikkonzern Universal Music Group vor und bewertete diesen mit rund EUR 56 Milliarden. Pershing bietet insgesamt EUR 30.40 je UMG-Aktie, was einem Aufschlag von rund 78% auf den letzten Schlusskurs entspricht. Technologiewerte hinkten hinterher, nachdem ASML um 4.1% nachgab. Hintergrund waren Befürchtungen, ein vorgeschlagener US‑"Match Act", der Exporte bestimmter Chipfertigungsanlagen nach China ins Visier nimmt, könnte sich negativ auf Umsatz und Gewinn des Unternehmens auswirken.

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Redaktion: Alessandro Fezzi
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG