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Die Märkte blicken auf US-Daten, während Ölpreise im Zuge fragiler Waffenruhe schwanken

Die globalen Märkte bleiben am Donnerstag auf die unsichere Waffenruhe zwischen den Vereinigten Staaten und Iran fokussiert. Die Ölpreise erholten sich nach ihrem stärksten Tagesrückgang seit Jahren, da der Tankerverkehr durch die Strasse von Hormus weiterhin stark eingeschränkt ist. Die Aktienmärkte in Asien lagen überwiegend im Minus und standen damit im Kontrast zur kräftigen Erholungsrally an den US- und europäischen Börsen vom Mittwoch, die von nachlassenden Sorgen über die Energieversorgung geprägt war. Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf eine Reihe wichtiger US-Konjunkturdaten im weiteren Verlauf des Tages, darunter das Bruttoinlandsprodukt und die Konsumausgaben.

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  • Autor Shane Strowmatt, Senior Investment Writer
  • Lesezeit 5 Minuten

Makroökonomische Daten
© Shutterstock

Die Ölpreise erholten sich am Donnerstag, nachdem sie am Vortag ihren stärksten Tagesrückgang seit 2020 verzeichnet hatten. Der Tankerverkehr durch die Strasse von Hormus blieb stark eingeschränkt, während anhaltende israelische Angriffe im Libanon Zweifel an der Waffenruhe im Nahen Osten nährten. Die Sorte Brent kletterte nach einem Einbruch von 13% am Mittwoch wieder in Richtung USD 97 je Barrel, und West Texas Intermediate (WTI) notierte ebenfalls nahe USD 97. Gleichzeitig gab es widersprüchliche Berichte darüber, ob iranische Kräfte den Tankerverkehr weiterhin blockieren und ob die Waffenruhe auch libanesisches Territorium umfasst. Der Goldpreis gab leicht nach und lag bei rund USD 4730 je Feinunze, die Renditen von US-Staatsanleihen veränderten sich kaum und der Dollar-Index zeigte sich stabil.

Asien-Aktien geben nach, Spannungen mit Iran belasten

Die Aktienmärkte im Asien-Pazifik-Raum lagen am Donnerstag überwiegend im Minus, da die Anlegerinnen und Anleger die fragile zweiwöchige Waffenruhe zwischen den Vereinigten Staaten und Iran neu bewerteten. Der japanische Nikkei 225 fiel um 0.5%, der südkoreanische Kospi um 1.3%, der CSI 300 in Festlandchina lag 0.7% im Minus, der Hang Seng Index in Hongkong gab 0.3% nach und der indische Nifty 50 verlor 0.7%. Der australische S&P/ASX 200 zeigte sich nahezu unverändert. Die Risikoaversion folgte auf die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump am Mittwoch, die Angriffe auf Iran für zwei Wochen auszusetzen. Im Gegenzug hatte Teheran einen 10-Punkte-Plan vorgelegt, der unter anderem die Wiedereröffnung der Strasse von Hormus vorsieht. Der Sprecher des iranischen Parlaments warf den USA später jedoch vor, die Vereinbarung verletzt zu haben – unter anderem wegen fortgesetzter israelischer Angriffe im Libanon, der Verletzung des iranischen Luftraums durch eine Drohne und der US-Ablehnung der iranischen Urananreicherung.

US-Aktien steigen in der Hoffnung auf Waffenruhe im Nahen Osten

Die US-Aktienmärkte legten am Mittwoch deutlich zu, nachdem eine Waffenruhe im Konflikt mit Iran die Spannungen minderte und die Brent-Ölpreise drückte. Der Dow Jones Industrial Average schloss 2.9% höher nahe seinem Tageshoch, der breite S&P 500 gewann 2.5% und der technologielastige Nasdaq 100 rückte um 2.9% vor. Der CBOE Volatility Index – ein Gradmesser für die Marktunsicherheit – brach am Mittwoch um 18.4% ein. Die Erholung bei Aktien belastete die bisherigen Gewinner im Energiesektor: Titel von Öl- und Gasproduzenten wie Chevron, ExxonMobil und ConocoPhillips gaben um bis zu 5% nach, während Fluggesellschaften wie American Airlines, United Airlines und Delta Air Lines kräftig zulegten. Der Halbleiterkonzern Intel setzte seine jüngste Rally fort und legte um 11.4% zu; damit summiert sich das Plus seit Jahresbeginn auf fast 60%.

Europa-Aktien legen nach Iran-Waffenruhe kräftig zu

Die wichtigsten europäischen Aktienindizes verzeichneten am Mittwoch eine deutliche Erholung, nachdem im Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und Iran eine zweiwöchige Waffenruhe vereinbart worden war. Die in Aussicht gestellte Wiedereröffnung der Strasse von Hormus dämpfte Sorgen um die Ölversorgung und sorgte für deutlich niedrigere Ölpreise. Der EuroStoxx 50 sprang um 5%, während der Schweizer SMI um 2.6% stieg. An der Spitze lagen Reise- und Freizeitwerte, insbesondere Fluggesellschaften wie Air France-KLM. Auch Industrie- und Technologiewerte wie Safran, Schneider Electric und der Halbleiterzulieferer ASML, die zuvor unter Sorgen um Lieferketten und hohe Energiekosten gelitten hatten, gehörten zu den Gewinnern.

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Redaktion: Alessandro Fezzi
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG