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Waffenruhe-Hoffnungen und Inflationsdaten prägen das Marktsentiment

Die Aktienmärkte in Asien haben am Freitag grösstenteils fester tendiert. Unterstützt wurden sie von der Hoffnung auf eine Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA sowie von den jüngsten Kursgewinnen an der Wall Street, während die Ölpreise nach Angriffen auf die saudische Energieinfrastruktur hoch blieben. In China blickten die Märkte über gemischte Inflationsdaten hinweg: Schwache Verbraucherpreise unterstrichen zwar anhaltende Disinflationstendenzen, zugleich kehrten die Produzentenpreise angesichts höherer Energiekosten in den Wachstumsbereich zurück. In den USA schlossen die Aktienindizes am Donnerstag vor dem Hintergrund von Entspannungssignalen im Nahen Osten im Plus, während europäische Leitindizes nachgaben. US-Dollar und Gold zeigten sich weitgehend stabil, da die Anlegerinnen und Anleger auf wichtige US-Inflationsdaten im weiteren Tagesverlauf warteten.

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  • Autor Shane Strowmatt, Senior Investment Writer
  • Lesezeit 5 Minuten

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Die meisten grossen Aktienmärkte in Asien verzeichneten am Freitag Kursgewinne und steuern auf kräftige Wochenzuwachse zu. Getragen wurde die Entwicklung von der Zuversicht hinsichtlich möglicher Waffenruhegespräche zwischen dem Iran und den USA sowie von der jüngsten siebentägigen Rally an der Wall Street. In Südkorea legte der KOSPI um 1.6% zu und steuert auf einen nahezu zweistelligen Wochengewinn zu. Zu den Treibern zählten Technologiewerte sowie selektive Käufe nach den deutlichen Kursverlusten im März. In Japan stieg der Nikkei 225 um 1.9% und liegt auf Kurs für ein Wochenplus von rund 7%. In Australien gab der S&P/ASX 200 um 0.3% nach, während der indische Nifty 50 am Freitag 1% im Plus notierte. Die regionale Stimmung profitierte insgesamt von der Aussicht auf eine Waffenruhe im Iran-Konflikt, auch wenn die Skepsis hinsichtlich der anstehenden Gespräche bestehen blieb. Parallel dazu setzten die Ölpreise ihren Anstieg fort, nachdem Saudi-Arabien infolge von Angriffen auf seine Energieinfrastruktur eine Reduktion der Förderkapazität um rund 600'000 Barrel pro Tag gemeldet hatte. Trotz der jüngsten Erholung liegt der Brent-Preis im Wochenverlauf weiterhin mehr als 11% im Minus, nachdem die USA und der Iran am Dienstag eine Waffenruhe verkündet hatten.

Gemischte Inflationssignale aus China

Der Hang Seng Index in Hongkong gewann 0.6%, während der chinesische Bluechip-Index CSI 300 um 1.6% zulegte. Ausgelöst wurde die positive Marktreaktion von gemischten Inflationsdaten aus der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt. Der chinesische Verbraucherpreisindex (VPI) stieg im März im Vorjahresvergleich um 1%, nach 1.3% im Februar, und blieb damit hinter den Markterwartungen zurück. Die schwachen VPI-Daten verweisen auf anhaltenden disinflationären Druck und eine verhaltene Konsumnachfrage trotz wirtschaftspolitischer Unterstützung. Im Gegensatz dazu legte der Produzentenpreisindex (PPI) im März um 0.5% gegenüber dem Vorjahr zu, nachdem er im Februar noch um 0.9% gefallen war. Dies übertraf die Prognosen und markierte den ersten Anstieg seit September 2022. Der Auftrieb bei den Produzentenpreisen ist vor allem auf gestiegene globale Ölpreise zurückzuführen.

US-Aktien legen dank Entspannung im Nahost-Konflikt zu

Die US-Aktienmärkte schlossen am Donnerstag nach anfänglichen Verlusten im Plus. Unterstützung erhielten sie durch Hinweise auf eine Deeskalation im Nahost-Konflikt. Der Dow Jones Industrial Average legte um 0.6% zu, der S&P 500 gewann ebenfalls 0.6%, und der Nasdaq 100 schloss höher. Die Stimmung hellte sich auf, nachdem US-Präsident Donald Trump angekündigt hatte, dass Israel seine Luftangriffe im Libanon nach Gesprächen mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zurückfahren werde. Netanjahu stellte zudem direkte Verhandlungen mit dem nördlichen Nachbarland in Aussicht.

US-Inflation bleibt erhöht

Die Kerninflation gemessen am Preisindex für persönliche Konsumausgaben (PCE) stieg in den USA im Februar gegenüber dem Vorjahresmonat um 3% und lag damit leicht unter dem Januarwert. Die Gesamtinflation verharrte bei 2.8%, wie aus den am Donnerstag veröffentlichten Daten des US-Handelsministeriums hervorgeht. Auf Monatsbasis nahmen sowohl der Kern- als auch der Gesamt-PCE um 0.4% zu. Die Konsumausgaben der privaten Haushalte wuchsen um 0.5%, während die persönlichen Einkommen überraschend um 0.1% sanken. Dies deutet bereits vor dem durch den Iran-Konflikt verursachten starken Anstieg der Energiepreise auf eine gewisse Belastung der Haushaltssituation hin. Im selben Bericht wurde das annualisierte Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts im vierten Quartal 2025 von 0.7% auf 0.5% nach unten revidiert, wobei vor allem schwache Unternehmensinvestitionen belasteten; eine wichtige Kennziffer der privaten Binnennachfrage wurde auf 1.8% gesenkt. Vertreterinnen und Vertreter der US-Notenbank Fed, die eine Inflationsrate von 2% anstreben und den PCE als bevorzugtes Preisbarometer nutzen, äussern sich weiterhin zurückhaltend zu weiteren Zinsschritten. Sie müssen anhaltend über dem Ziel liegende Teuerungsraten, Anzeichen einer konjunkturellen Abkühlung und einen Arbeitsmarkt abwägen, der trotz eines Anstiegs der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe auf 219'000 eine stabile Arbeitslosenquote aufweist.

Deutsche Industrieproduktion geht im Februar leicht zurück

Die deutsche Industrieproduktion ist im Februar gegenüber dem Vormonat nach Saison- und Kalenderbereinigung um 0.3% gesunken, während sie im Jahresvergleich unverändert blieb, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag meldete. Ausschlaggebend für den Rückgang waren vor allem eine schwächere Bauproduktion sowie niedrigere Fertigungszahlen bei Computern, Elektronik und Pharmazeutika. Dem gegenüber stand ein Plus von 1.7% in der Automobilproduktion. In einer separaten Veröffentlichung berichtete Destatis, dass die deutschen Exporte im Februar um 3.6% gegenüber dem Vormonat stiegen und damit zu einem saisonbereinigten Aussenhandelsüberschuss von EUR 19.8 Mrd. beitrugen. Die europäischen Aktienmärkte schlossen am Donnerstag dennoch im Minus: Der Euro Stoxx 50 verlor 0.3%, der DAX gab 1.1% nach, und der CAC 40 büsste 0.2% ein. Der Schweizer Leitindex SMI konnte sich dem Abwärtstrend teilweise entziehen und legte leicht um 0.1% zu.

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Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG