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LGT Navigator: Putins nächster Schachzug

22. Februar 2022

Kreml-Chef Putin hat mit der Anerkennung der von Moskau nun als unabhängige Staaten anerkannten Volksrepubliken Luhansk und Donezk und der Anordnung, Truppen in die Ostukraine zu schicken, das Minsker-Abkommen defacto aufgelöst und leitet damit eine weitere Eskalationsstufe im Konflikt mit dem Westen ein. Die USA und die EU kündigten umgehend Sanktionen an, wobei hinsichtlich des Ausmasses keine Einigkeit und Transparenz zu erkennen ist. An den Kapitalmärkten steigt verständlicherweise die Nervosität und an den Börsen sind heftige Verluste zu beobachten.

Putins nächster Schachzug

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg wirft Moskau vor, dass es die Spannungen in der Ostukraine weiter anzuheize und versuche, einen Vorwand für einen Einmarsch in die Ukraine zu konstruieren. Die Anerkennung der selbsternannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk als unabhängige Staaten untergrabe die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine, sowie die Bemühungen, eine Lösung des Konflikts zu finden. Die USA sehen die Handlungen als ersten Schritt zu einem vollständigen Einmarsch. Der UN-Sicherheitsrats kündigte als Reaktion auf den jüngsten Schachzug Putins eine Dringlichkeitssitzung an. Vor diesem Hintergrund scheint auch das angekündigte Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Joe Biden und Kreml-Chef Wladimir Putin höchst fraglich. Immerhin soll am Donnerstag US-Aussenminister Antony Blinken doch mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow zusammentreffen.

Während in den USA die Finanzmärkte aufgrund eines Feiertags geschlossen blieben, belastete die Ukraine-Krise Europas Börsen zu Wochenbeginn. Der EuroStoxx 50 fiel am Montag stellenweise bis auf 3’957 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit Juli 2021. Zum Schluss resultierte ein Minus von gut -2% und der Index beendete den Handel bei 3'985.71 Punkten. Für einen Lichtblick sorgten neueste Einkaufsmanagerumfragewerte aus Europa. In Asien setzte sich der negative Trend und der hohe Grad an Unsicherheit fort. In Tokio verliert der Nikkei 225 rund -1.7% und in Hongkong bricht der Hang Seng-Index gar um mehr als -3% ein. Die Futures-Märkte signalisieren auch für die europäischen Aktienbörsen eine klar negative Eröffnung am Dienstag.

Unternehmensumfragen in Europa – Licht am Ende des Tunnels

Die vom Londoner Marktforschungsinstitut IHS Markit regelmässig befragten Unternehmen zeigten sich gemäss den neusten Umfrageergebnissen hinsichtlich des Ausblicks für die Eurozone deutlich zuversichtlicher. Der für die Privatwirtschaft zusammengefasste Einkaufsmanagerindex verbesserte sich von 52.3 zu Jahresbeginn auf 55.8 Punkte im Februar (Konsens 52.9), womit das Stimmungsbarometer den höchsten Stand seit fünf Monaten erreichte. IHS Markit verwies auf die gelockerten Pandemie-Restriktionen, die das Wachstum im Euroraum stark beschleunigt hätten. Positiv beigetragen hätten neben einer stärkeren Nachfrage nach Dienstleistungen, insbesondere im Touristikbereich, auch nachlassende Lieferkettenengpässe im Industriesektor.

Auch in Grossbritanniens Privatwirtschaft zeigten sich Unternehmen optimistischer. Der für den Dienstleistungs- und Industriesektor zusammengefasste Einkaufsmanagerindex legte überraschend stark um sechs auf 60.2 Punkte zu (Konsens 55.3). Laut IHS Markit war vor allem bei den Dienstleistungsanbietern eine klare Stimmungsaufhellung auszumachen. 

Finanzexperten sehen laut ZEW-Umfrage keine Entspannung der Inflation

Dem Mannheimer Wirtschaftsforschungsinstitut ZEW zufolge geht eine Mehrheit der in der jüngsten Studie befragten 173 Finanzprofis davon aus, dass die Jahresinflationsrate im Euroraum im laufenden Jahr im Schnitt 3.8% betragen werde. Getrieben werde die Teuerung vor allem durch die Energiepreise, knappe Rohstoffe und weltweite Versorgungsengpässe.

Rekordanstieg deutscher Erzeugerpreise

Ein weiterer Anstieg der Produzentenpreise dürfte die Inflation in Deutschland weiter anheizen. Zu Jahresbeginn erhöhten sich die Preise auf Erzeugerebene um +25% gegenüber der Vorjahresperiode, womit der stärkste Anstieg seit Beginn der Datenerhebungen 1949 beobachtet wurde. Auf Monatssicht stiegen die Produzentenpreise um +2.2%. Für Energie mussten Unternehmen im Januar knapp 67% mehr bezahlen als vor einem Jahr. Erdgas verteuerte sich auf Jahressicht sogar um 119%.

  

Wirtschaftskalender 22. Februar

MEZ Land Indikator Letzte Periode
10:00 DE Ifo Geschäftsklimaindex (Februar) 95.7
10:00 IT Verbraucherpreise (Januar, J/J) +5.3%
15:00 USA S&P/CaseShiller Häuserpreise 20 Städte (Dezember, J/J) +18.3%
15:45 USA Einkaufsmanagerindex Privatwirtschaft (Februar) 51.1
16:00 USA Verbrauchervertrauen (Februar) 113.8

 

Unternehmenskalender 22. Februar

Land Unternehmen Periode
DE Fresenius Jahreszahlen
GB HSBC Jahreszahlen
NOR Norsk Hydro Jahreszahlen
ESP Endesa Jahreszahlen
USA Home Depot Jahreszahlen
USA Medtronic Q3
USA Agilent Technologies Q1
USA Macy's Q4

  

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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Aramco legt Preisspanne fest

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