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Global Macro: Innovation bei alternativen Anlagestrategien

11. Februar 2021

Lesezeit: 5 Minuten

von Andreas Vetsch, Research Analyst, LGT Capital Partners

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Global Macro-Fonds gelten als die „Königsdiziplin der Kapitalanlagen“, doch technologiebasierte Anlagestrategien und das makroökonomische Umfeld machen ihnen das Leben schwer. 

Der Ursprung der Global-Macro-Strategien, die als Hedge Fonds zu den alternativen Anlagen gehören, geht in die frühen Siebzigerjahre zurück. Die Commodities Corporation in New Jersey wendete diesen Anlagestil erstmals für ein Portfolio an. Sie untersuchte Wirtschaftsdaten und traf Entscheidungen aufgrund von Fundamentalanalysen. Der bekannteste Hedge-Fonds, der diesen opportunistischen Investitionsansatz vertritt, ist der Quantum-Fonds von George Soros. Dieser erlangte im Jahre 1992 mit der Spekulation gegen den überhöhten Kurs des Britischen Pfunds und der Schwedischen Krone Berühmtheit. Der Fonds erwirtschaftete innert weniger Wochen zwei Milliarden US-Dollar.

In den letzten Jahren hat die Bedeutung von Fundamentalanalysen bei Kapitalanlagen jedoch abgenommen, weil Anleger zunehmend computerbasierte, systematische Hedge-Fonds-Strategien nutzen. Mithilfe von Trading-Algorithmen verarbeiten diese herkömmliche Informationen schneller und können dank Big-Data-Technologien auch umfassende Datensätze präzise analysieren. Experten schätzen, dass jährlich bis zu sieben Prozent der weltweiten Hedge-Fonds-Anlagen in der Höhe von drei Billionen US-Dollar von diskretionären Ansätzen wie Global Macro in systematische Ansätze fliessen.

Irrationales Finanzmarktumfeld

Das schwierige makroökonomische Umfeld ist eine weitere Herausforderung für Anleger, die in Global-Macro-Strategien investieren. Die weltweiten Finanzmarktinterventionen der Nationalbanken erschweren den Anlegern wirtschaftliche Prognosen. Obwohl die Notenbanken immer stärker von der engen Orientierung der Geldwertstabilität abweichen und realwirtschaftliche Ziele formulieren, bleibt es schwierig, die finanzwirtschaftlichen Konsequenzen abzuschätzen. Zudem verursachen die weltweiten Zentralbankinterventionen eine Entkoppelung von Finanz- und Realwirtschaft. Ein Indiz dafür ist die Diskrepanz zwischen dem VIX Index, welcher das Aktienmarktrisiko misst, und dem Global Economic Policy Uncertainty Index, einem Indikator für die reale wirtschaftliche Unsicherheit. Bis 2016 bewegten sich die beiden Indikatoren im Gleichschritt, danach trennten sich ihre Wege. Die wirtschaftlichen Unsicherheiten nahmen stark zu, während das Aktienmarktrisiko im 2017 auf ein Allzeittief fiel. Mit Ausnahme des Covid-19 Shocks im ersten Quartal 2020 verharrte dieses auf tiefem Niveau. Aus ökonomischer Sicht sehr fragwürdig.

Mensch und Maschine im Duett

Doch obwohl systematische Hedge-Fonds-Strategien an Bedeutung gewonnen haben, sollte man Global-Macro-Strategien keinesfalls abschreiben. Der Trend zu computerbasierten Strategien bietet auch Chancen für eine Renaissance. So nützen immer mehr Global-Macro-Fonds systematische Risikomanagementansätze, um mit vorgegebenen Limiten emotional getriebene Verluste zu minimieren – sie treffen quasi rationale, situationsbezogene und abgewogene Entscheidungen und umgehen damit menschliche Schwächen. Einige Firmen gehen noch weiter. Sie versuchen die Vorteile eines systematischen Investitionsansatzes mit denen eines diskretionären zu kombinieren und führen Partnerschaften mit Firmen im Bereich der Datenanalyse. Datenvisualisierungssysteme sollen die Händler bei der Analyse und Implementierung von Positionen unterstützen. Diese Kombination von Technologie und menschlicher Vorstellungskraft könnte zukünftig ein wertvoller Renditetreiber sein.

LGegen den Trend zu computerbasierten Strategien
Gegen den Trend zu computerbasierten Strategien

Veränderungen als Chance

Die letzten Jahre waren für Global-Macro-Manager definitiv schwierig. Viele Fonds haben sich jedoch der Herausforderung gestellt und ihr Portfolio dem neuen Umfeld angepasst. Die traditionelle Fundamentalanalyse gepaart mit systematischen Ansätzen bietet eine gute Basis für die Zukunft dieser alternativen Anlageklasse. Die “Könige der Kapitalanlagen“ scheinen die Zeichen der Zeit also erkannt zu haben und entwickeln sich weiter – ganz im Sinne von: „Wer aufhört besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein.“

Bilder: Krone: iStock; Schiffe: Shutterstock

Dieser Beitrag wurde erstmals auf dem Finanzblog der LGT publiziert.

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